Ein Märchen, dessen Fabel jeder kennt, lässt sich
ohne großen Verständnisverlust leicht verfremden und ist schon aus diesem Grund für eine Schultheatergruppe, die noch in den Kinderschuhen
steckt, gut geeignet.
Über Monate hinweg kämpften wir uns an das Stück
heran und mussten manchen Rückschlag erleiden.
Manch einem Neuling war nur schwerzu vermitteln, warum er seltsame Körperübungen machen
sollten,
die ganz offensichtlich nichts mit dem Stück zu tun hatten. Andere konnten nicht
einsehen, warum der nur
kleine Text, trotzdem gelernt werden musste und zu allem Überfluss der Spielleiter
völlig humorlos wurde,
wenn beliebige Ausreden dafür herhalten sollten, das ewige Zuspätkommen zu entschuldigen
oder gar die
Proben zu schwänzen usw. usw. Der Großteil der Gruppe allerdings war mit Feuereifer bei
der Sache, auch
als wir an zwei Wochenenden in der Schule übernachteten und von Freitagmittag bis
Samstagmittag - nur
von der Schlafenszeit und den von Eltern gesponserten Mahlzeiten unterbrochen - probten.
Die Diskussion, ob nun ein Krebs oder ein Frosch der Königin die Frohbotschaft
bringt, stammt aus den unterschiedlichen Angaben in der Urfassung (Krebs) und in der
allgemein verbreiteten Fassung (Frosch); dass dieser Widerspruch am Ende in einer ganz
eigenwilligen Deutung des Märchens kulminiert, ist nicht nur wegen des aktuellen
Theaterbezugs (Edward Albee, Die Ziege oder Wer ist Sylvia, deutschsprachige
Erstaufführung im Wiener Akademietheater am 10. Januar 2004) halbwegs konsequent, wenn
auch nicht ohne guten Willen von jedermann nachzuvollziehen.
"
Angriff auf die Ersetzung von wahren durch künstlerische Werte, eine
Verurteilung von Selbstgefälligkeit, Grausamkeit, Verweichlichung und Gedankenlosigkeit eine
Stellungnahme gegen das Märchen, alles sei in bester Butter in unserem trudelnden
Land."
(Edward Albee)
"Ich habs gewusst! Hab ich es nicht gleich gesagt? So
ein Krampf!
Das kapiert doch keiner!" (Silvan)
"Und so verschlang mein Fluch Heerscharen von Dummköpfen und
wird sie weiter
verschlingen! Jahrelang, jahrelang, jahrelang!
(Marisa, die böse Fee)
"An mir liegt es nicht!"
(Lena, die Königin)
"Na gut! Wenn du ein Kind kriegst
äh
dann
äh ... na gut! Dann
haste eins!"
(Mario, der König)
"Ha! Ha!
. Ha!...Ha! Ha!.. Uh! ..Oh! Ein Pferd!"
(Moritz, ein Prinz)
Da droben schläft schon viele Jahr/ ein schönes Mädchen
wunderbar./
Wir schützen es noch kurze Zeit,/ drum edler Prinz sei jetzt bereit./
Und komm zu uns, tu deine Pflicht,/ auch wenn dich noch kein Hafer sticht."
(Dornenhecke)
Die Darsteller/Innen
Valentin Bentele, 10a am Cello, Fee
Silvan Frick, 7 b Fee, Reporter, Prinz
Mario Gajer, 9 v König, Koch,
Thomas Hörmann, 7 b Diener, Kochlehrling, Fee, Prinz
Marisa Mohr, 9 v böse Fee
Moritz Nitzsche, 7 a Fee, Wächter, Prinz,
René Obermayr, 7 a Fee, Katze
Lena Reischl, 9 v Königin, Dornröschen
Niklas Schertler, 7 a Fee, Wächter, Prinz
Dominik Wilhelm, 7 b Frosch, Fee, Fliege, Prinz
Spielleitung: Wolfgang B. Sutter
Requisite, Maske und Assistenz: Sylvia Grossmann
Technik: Korbinian Sigel, 10b, Christian Schäfer, 7 b,
Simon Sutter, FOS
Musikalische Beratung: Anna Katsikis
Programmillustration Stefan Wisckow, 6a und Claudia Porsche
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